Home eff-Navi Projekt-Info Partner Events Netzwerk Themen Presse Newsletter
Suche
Navigation

Themenübersicht

Projektförderer:

Das große Bayerische Staatswappen

Bayerisches Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen

Familienfreundlichkeit als Wettbewerbsfaktor in wirtschaftlichen Krisenzeiten?
[ zurück ] [Thema als PDF]

Finanzkrisen, konjunkturschwache Zeiten und Gewinnrückgang bedeuten für viele Unternehmen Einsparungen oder Restrukturierung. Oft gehen damit Stellenabbau und Kürzungen von sozialen Leistungen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einher. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten werden deshalb Nutzen und Ertrag einer familienfreundlichen Unternehmenspolitik in Frage gestellt. Work-Life-Balance und Familienfreundlichkeit am Arbeitsplatz werden dann gerne als „Sozialklimbim“ abgetan. Vor allem in der Vergangenheit hatten diese Themen keinen Stellenwert, wenn eine unternehmerische Sondersituation zu meistern war. Immer mehr Führungskräfte erkennen jedoch inzwischen die Vorteile, die die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für das Unternehmen mit sich bringt – auch und gerade in Krisenzeiten.

Familienfreundlichkeit bedeutet nicht gleichzeitig höhere Kosten
Die weit verbreitete Meinung, dass eine familienbewusste Unternehmenspolitik in Krisenzeiten nicht umsetzbar und nutzbringend ist, resultiert meist aus der Überzeugung, dass familienfreundliche Maßnahmen Kosten verursachen. Die EU-Familienexpertin Alice Pitzinger-Ryba ist anderer Meinung: „Familienfreundlichkeit heißt nicht per se, dass sie Geld kostet.“ Eine Arbeitszeitgestaltung und –organisation, die auch die Interessen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Familienpflichten berücksichtigt, bedeutet schließlich nicht zwingend einen finanziellen Mehraufwand. Es ist sogar möglich, mit Familienfreundlichkeit Kosten einzusparen. Der Präsident der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), Ludwig Braun, bestätigt: „Es ist ein Irrtum zu glauben, die Unternehmen zahlen bei familienfreundlichen Maßnahmen zwangsläufig drauf. Im Gegenteil: Sie können dadurch auf lange Sicht sogar Kosten einsparen“ – und damit ihre Renditen steigern. Bei Etablierung und Umsetzung familienfreundlicher Maßnahmen entsteht zwar kurzfristig organisatorischer Aufwand, eine Studie des Bundesfamilienministeriums hat aber nachgewiesen, dass mittel- und langfristig durch familienfreundliche Maßnahmen die Rendite um bis zu 25 Prozent gesteigert werden kann. Die Studie weißt nach, dass sich für mittelgroße Unternehmen Einsparpotenziale in Höhe von mehreren 100.000 Euro ergeben können.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf zahlt sich aus
Gerade in schwierigen Zeiten sind verschiedene Arbeitszeitmodelle ein hilfreiches Instrument, die bestehenden Kapazitäten an die aktuellen Gegebenheiten anzupassen. Durch eine effiziente Anwendung der Zeitkonten, wie derzeit in der Automobilindustrie zu sehen, haben die Unternehmen weitreichende Möglichkeiten, sich an die veränderten betrieblichen Bedürfnisse anzupassen. Jahresarbeitszeit, Teilzeit und Langzeitkonto erweitern den Handlungsspielraum des Unternehmens und können so den verantwortungsbewussten Umgang mit den verfügbaren Personalkapazitäten zeigen. So kann der Stellenabbau reduziert und damit Wissen und Erfahrungen im Betrieb gehalten werden. Dies ist gerade unter dem Vorzeichen des Fach- und Führungskräftemangels von großer Bedeutung, der auch aktuell in der Rezession anhält. Randolf Rodenstock, Präsident des Verbands der Bayerischen Wirtschaft, sieht angesichts des hohen Fachkräftebedarfs als Folge des demographischen Wandels ein besonderes Interesse der Wirtschaft, qualifizierte Arbeitskräfte anziehen und binden zu können. Rodenstock: „Auf unsere Unternehmen kommt in Zukunft ein Mangel an Arbeitskräften zu. Laut unserer Studie Arbeitslandschaft 2030 werden, wenn wir nichts unternehmen, in den nächsten gut 20 Jahren in Deutschland 5,5 Millionen Arbeitskräfte fehlen, 1,5 Millionen davon in Bayern. Umso mehr müssen wir uns für weitere Verbesserungen bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf bemühen. Nur so können wir auch in schwierigen Zeiten unsere Spitzenstellung im Wettbewerb am Standort Bayern halten.“

Motiviertes und leistungsfähiges Personal ist gerade in der Krise besonders wichtig
Die Investition in familienbewusste Arbeitsbedingungen stärken Motivation und Leistungsfähigkeit. Mit engagierten und zufriedenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern schaffen Führungskräfte die Basis für einen Geschäftserfolg und ziehen somit finanzielle Vorteile daraus, wie die bereits genannte Studie nachweist. Unternehmen, die in Sachen Familienfreundlichkeit gut aufgestellt sind, bekommen als Gegenleistung flexibles und kreatives Personal, was in einer Krise besonders hilft. Darüber hinaus sind viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch eine familienfreundliche Personalpolitik bereit, an anderen Stellen Abstriche zu machen. Insbesondere bei Berufseinsteigern ist das Gehalt nicht mehr das entscheidende Kriterium für die Wahl des Arbeitsplatzes. Eine Studie der Macromediahochschule für Medien und Kommunikation belegt, dass bereits Absolventen Familienfreundlichkeit im Job erwarten. Den Wert einer familienfreundlichen Personalpolitik für berufstätige Eltern macht eine Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) im Auftrag des Bundesfamilienministeriums deutlich. Für 92 Prozent der berufstätigen Eltern ist Familienfreundlichkeit wichtiger bzw. genauso wichtig wie das Gehalt. Überraschender noch ist das selbst zwei Drittel der Beschäftigten ohne Kinder dieses Kriterium mehr oder genauso stark bei der Wahl des Arbeitgebers berücksichtigen, wie das Gehalt. Mit motivierten und zufriedenen Arbeitskräften haben Unternehmen niedrigere Fluktuationsraten, weniger Krankenstände und so weniger Überbrückungs- und Wiedereingliederungskosten. Wenn Familienfreundlichkeit in der Krise auf der Strecke bleibt, dann gehen kluge Köpfe zur Konkurrenz. Spätestens nach Überwindung der Krise beginnen die mühsame Suche und der Kampf um gut ausgebildetes Personal und Führungskräfte. Familienfreundliche Unternehmen haben somit einen klaren Wettbewerbsvorteil.

Familie ist in Krisenzeiten die wichtigste Stütze
Die positiven Auswirkungen durch familienfreundliche Maßnahmen begründen sich in der Tatsache, dass für die große Mehrheit der Deutschen in unsicheren Zeiten vor allem die eigene Familie die wichtigste Stütze ist. Das hat eine Umfrage von Infratest-Dimap ergeben. 68 Prozent der Befragten gaben an, dass ihnen ihre Familie den größten Halt gebe. An zweiter Stelle nannten die Befragten mit acht Prozent Glaube und Religion. Sieben Prozent nannten Freunde. Die Umfrage zeigt, welche Bedeutung der Familie in unserer Gesellschaft zukommt, die sich Unternehmen auf eine positive Weise mit familienfreundlichen Maßnahmen zu Nutze machen können.
Um auch in der Zukunft erfolgreich und handlungsfähig zu bleiben, ist eine nachhaltige Unternehmensführung unerlässlich und im eigenen Interesse einer Firma. Ein Beitrag der Unternehmen zur nachhaltigen Entwicklung ist heute den Kinderschuhen entwachsen und gilt bei vielen Firmen schon längst als Standard. Ludwig Braun: „Familienfreundliche Angebote betrachte ich nicht als Zuckerle, sondern als einen elementaren Bestandteil verantwortungsvollen unternehmerischen Handelns.“

Quellen:

http://www.fr-online.de/frankfurt_und_hessen/nachrichten/hessen/?em_cnt=1656488

http://www.bildungsspiegel.de/aktuelles/work-life-balance-familienfreundlichkeit-ebenso-wichtig-wie-das-gehalt.html?Itemid=262

http://salzburg.orf.at/stories/332925/

http://www.ad-hoc-news.de/umfrage-familie-ist-in-krisenzeiten-wichtigste-stuetze--/de/Politik/19950440

http://www.bmfsfj.de/

http://www.idw-online.de/pages/de/news296607

 

[Thema als PDF]

 
Service

Sie finden, hier fehlt noch ein wichtiges Thema?

 

Rufen Sie uns an, oder schicken Sie uns eine E-Mail:

 

Telefon: 01801 / 36 63 47

E-Mail

Kontakt

Impressum

Sitemap

Datenschutz

Disclaimer

Kompetenzzentrum Work-Life in Zusammenarbeit mit Fauth-Herkner & Partner